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28.09.2017

SBPV-News

Der Schweizerische Bankpersonalverband verabschiedet eine Resolution zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und reicht diese beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco ein

Der Schweizerische Bankpersonalverband und die Personalkommissionen der Banken lehnen die Ausweitung der Höchstarbeitszeit pro Tag auf 15 Stunden und auf 60 Stunden pro Woche mit aller Deutlichkeit ab, wie sie kürzlich von der plattforrm – einem Zusammenschluss von drei Angestelltenverbänden und einem Arbeitgeberverband vorgestellt wurden. Die mit diesem Vorschlag einhergehende Diskussion im Parlament wurde aus Sicht des SBPV sehr einseitig angeheizt. Anlässlich der regelmässig stattfindenden Tagung der Präsidenten der Personalkommissionen der Banken, wurde deshalb eine Resolution verabschiedet und beim Staatsekretariat für Wirtschaft Seco eingereicht.

 

Resolution der Personalkommissionen Bankpersonal zur Flexibilisierung der Arbeitszeit

In den letzten Jahren ist die psychische Belastung am Arbeitsplatz stark gestiegen – gerade im Dienstleistungssektor, den die plattform mit ihren Vorschlägen anvisiert. Erhöhtes Arbeitsvolumen durch Restrukturierungen, die Entwicklung von Grossraumbüros, ständig wachsende Beanspruchung im Wesentlichen durch die starke Zunahme des elektronischen Mailverkehrs. Es wird damit immer wichtiger, sich zwischen zwei Arbeitstagen genügend erholen zu können. Wird nun aber die mögliche Arbeitsdauer massiv ausgedehnt und damit gleichzeitig die Erholungszeit reduziert, ist die Gesundheit der Angestellten in Gefahr.

 

Fleixibilität ist heute schon möglich

 Die Personalkommissionen sind der Meinung, dass das Arbeitsgesetz viele Möglichkeiten für die Gestaltung von flexiblen Arbeitsmodellen bietet und so heute schon den Bedürfnissen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerecht wird.

Die Personalkommissionen des Bankpersonals rufen in Erinnerung, dass die letzte wichtige Revision des Arbeitsgesetzes am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Die angepassten Bestimmungen der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz ermöglichen seither die erleichterte Arbeitszeiterfassung. Der Revision waren intensive Diskussionen zwischen den verschiedenen Beteiligten vorausgegangen, alle mit dem Ziel, den Bedürfnissen der Arbeitgeber gerecht zu werden, dabei aber gleichzeitig den Rahmen für den wichtigen Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden nicht aus den Augen zu verlieren. Bisher wurde noch keine wissenschaftliche Untersuchung über die Folgen der letzten Revision präsentiert. Über eine Anpassung der Arbeitszeit kann aber nicht wirklich ernsthaft diskutiert werden, solange eine solche Untersuchung nicht gemacht wurde. Zudem kann eine Bereitschaft zur Flexibilisierung der Arbeitszeit nur im Rahmen der Sozialpartnerschaft diskutiert werden, und auch nur dann, wenn konkrete und messbare Gesundheitsschutzmassnahmen definiert sind.

 

Kontaktperson für Rückfragen:

Denise Chervet

Geschäftsleiterin Schweizerischer Bankpersonalverband SBPV

079 408 92 40