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15.02.2018

SBPV-News

Manager sollen nur dann gut verdienen, wenn sie es auch verdient haben

Der SBPV stellt fest, dass die Credit Suisse das Jahr 2017 mit fast einer Milliarde Verlust abschliesst. Es darf nun aber nicht sein, dass wieder die Mitarbeitenden darunter zu leiden haben.  Restrukturierungen und Stellenabbau alleine sind keine echten Lösungen um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Dazu braucht es vielmehr ein weitsichtiges und visionäres Management. Solange dies beim Top Management nicht der Fall ist, sind die geplanten riesigen variablen Lohnanteile völlig deplaziert und nicht nachvollziehbar.

Die Mitarbeitenden in der Schweiz haben trotz langandauernder Restrukturierung (Abbau von rund 1600 Stellen in drei Jahren!) mit Ihrer Kompetenz und Loyalität zu einem guten Resultat in der Schweiz beigetragen, welches leider die Auslandsverluste kompensieren musste.

Ungewissheit und Angst vor der Zukunft gefährden die Motivation und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden. Anstatt hohe Boni an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat auszuzahlen, sollte die Bank vermehrt in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden investieren und insbesondere die älteren Mitarbeiter auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereiten.

Auch CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner ist der Ansicht, dass ein Bonus in dieser Höhe nur dann ausbezahlt werden darf, wenn sich der zukünftige Erfolg einstellt und die langfristigen Ziele erreicht werden. Somit ist klar, dass für 2017 variable Vergütung sich nicht rechtfertigen.

Nach der heftigen Kritik der Aktionäre hat die Führungsebene im letzten Jahr auf 40 Prozent der eigenen Boni verzichtet. Der SBPV erwartet, dass die Führungsebene von Credit Suisse in diesem Jahr von sich aus auf jegliche variable Vergütung der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates verzichtet. Mit diesem Geld könnten die rund 17’000 Mitarbeitenden in der Schweiz für die Zukunft gerüstet werden. Zudem könnte die Credit Suisse damit als gutes Beispiel vorangehen und ein Zeichen setzen für einen Kulturwandel in der Bankenbranche.

Kontaktperson:

Denise Chervet, Geschäftsführerin SBPV

079 408 92 40 

 

Bereits im Vorjahr wurde die Führung der Credit Suisse unter anderem auch von Bundesrat Schneider Ammann kritisiert. Eine variable Entlöhnung über mehrere Millionen nach Miliardenverlusten und unvorsichtiger Führung ist nach wie vor respektlos und wird von den Mitarbeitenden nicht mehr toleriert.

 

Zur Erinnerung: In den Jahren 2015 bis 2017 meldet CS einen Gesamtverlust von CHF 6.3 Milliarden und trotzdem wurde den Mitgliedern der Geschäftsleitung eine variable Vergütung (d.h. zusätzlich zu den Fix Löhne) von 64 Mio in 2015 und 52 Mio in 2016 ausbezahlt.