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22.05.2017

Lohnumfrage

Lohnumfrage 2017 in den Banken

Die Angestelltenlöhne stagnieren, die Lohnzufriedenheit steigt, die Bonuspolitik gerät ins Wanken.

4’805 Bankangestellte haben an der Lohnumfrage 2017 vom 9. Februar bis 17. März teilgenommen. Ein Plus von 28% gegenüber der Lohnumfrage vor zwei Jahren. Diese drastische Zunahme zeigt, dass der SBPV in den Banken besser verankert ist. Sie zeugt auch vom Vertrauen, das die Berufstätigen – verunsichert aufgrund laufender Restrukturierungen – dem SBPV entgegenbringen. Die Angst um die berufliche Zukunft nimmt zu, während die Lohn- zufriedenheit trotz kleiner Lohnerhöhung steigt.

 

Die Lohnzufriedenheit steigt, die Lohnpolitik gerät ins Wanken

Trotz kleiner Erhöhung des gesamten Einkommens (total Kompensation 2015: CHF 110'000 und aktuell CHF 111'750) steigt die Lohnzufriedenheit der Bankangestellten weiter. 2013 waren 48% der Angestellten zufrieden mit ihrem Lohn (46% mit ihrem Bonus). 2017 sind es 61% (55% mit ihrem Bonus).

Die Boni sinken leicht. Der Median betrug 2015 CHF 10'000.–, 2017 beträgt er CHF 9'750.–. Die Bonuspolitik bleibt ein wesentlicher Faktor in Sachen Ungleichheit. Infolgedessen ist die Unzufriedenheit beim Bonus höher als beim Lohn, und dies unabhängig vom Rang. Die Anzahl Teilnehmer, die keinen Bonus oder einen Bonus unter CHF 500.– erhalten ist gegenüber 2015 leicht von 32% auf 28% gesunken, bleibt aber immer noch ziemlich hoch.

Die Boni schaffen also keinen Anreiz, sondern sind eher ein Frustrationsfaktor. Tatsächlich ist in den Auslandsbanken die Unzufriedenheit am grössten, obwohl diese die höchsten Boni ausbezahlen. In den Kantonalbanken hingegen nimmt die Zufriedenheit trotz sinkender Boni kontinuierlich zu.

Gleichstellung von Frau und Mann

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern nehmen bei den Mitarbeitenden und Direktionsmitgliedern ab. Sie bleiben jedoch im Kaderbereich beachtlich und sind in dieser Kategorie seit 2015 von 9 auf 12% gestiegen. Die Unterschiede bei den Boni bleiben in dieser Kategorie mit 17% konstant auf hohem Niveau. Diese Unterschiede sind besorgniserregend, besonders im Wissen, dass 47% aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kader arbeiten und diese Stufe die Verbindung zur Direktionsstufe bildet. Man kann daraus einen Beförderungsstopp bei den Frauen auf dieser Hierarchiestufe schliessen, was wiederum die niedrige Frauenquote auf Stufe Direktion und Generaldirektion erklärt. 38% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Frauen. Mit 45% sind die Frauen auch übervertreten bei den 852 Teilnehmenden, die angeben, keinen Bonus erhalten zu haben.

 

Fazit

In Sachen Lohnpolitik sind die Bankangestellten mehrheitlich zufrieden mit ihrem Fixlohn. Frauen sind mit ihrem Lohn und ihrem Bonus unzufriedener als Männer. Die Förderung der Frauen in den Banken muss auch über eine transparente Lohnpolitik erfolgen.

 

Download „Resultate der Lohnumfrage 2017“: http://www.sbpv.ch/lohnumfrage/ 

 

Ihr Kontakt:
Schweizerischer Bankpersonalverband SBPV
Denise Chervet
Geschäftsführerin
T 079 408 92 40
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